Vollzeitstudium

Aus Study in Dresden

Inhaltsverzeichnis

Wichtige Studienvoraussetzungen

Ein Vollstudium zu absolvieren bedeutet, als Ausländer an einer deutschen Universität immatrikuliert zu sein und das Studium auch in Deutschland abzuschließen. Streben Sie also ein Studium mit Abschluss in Deutschland an, dann entscheiden Sie sich für ein Vollstudium. Die Entscheidung für ein Vollstudium bringt anfangs viel Bürokratie und „Papierkrieg“ mit sich, aber sehen Sie den Weg von der vollständigen Bewerbung bis zum Zulassungsbescheid doch einfach als erste interkulturelle (positive) Erfahrungen an.

Damit Sie Ihre Bewerbung vollständig vorbereiten können, haben wir hier alle wichtigen Informationen zu den Studienvoraussetzungen und -formularen für Sie zusammengestellt.

Zeugnis

Es ist notwendig, dass Sie überprüfen, ob Ihr Zeugnis mit einer deutschen Hochschulberechtigung gleichzusetzen ist. Dafür nutzen Sie bitte die Website anabin.de oder die Datenbank des DAAD. Die Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Dresden arbeitet mit dem System uni-assist. Dabei müssen die Bewerbungsunterlagen direkt an uni-assist geschickt werden. Dort wird dann gegen eine Gebühr geprüft, ob die Unterlagen vollständig sind und ob eine Zulassung im gewünschten Studiengang an der Zielhochschule prinzipiell möglich ist. Bei positivem Ergebnis wird die Bewerbung an die von Ihnen gewünschte Hochschule weitergeleitet. Dieses Verfahren soll die Hochschulen von der Prüfung der Zeugnisse entlasten und wird in Dresden ausschließlich von der HTW Dresden genutzt.

In allen anderen Hochschulen werden die eingegangenen Bewerbungsunterlagen von Hochschulmitarbeitern geprüft. Dieses Verfahren ist kostenfrei. Um die Mitarbeiter der Hochschulen zu entlasten und somit den Bearbeitungsprozess zu beschleunigen, ist es wünschenswert, dass Sie Ihre Unterlagen vor dem Absenden auf Vollständigkeit prüfen.

Ist Ihr Zeugnis nicht mit einer deutschen Hochschulberechtigung gleichzusetzen, ist es dennoch nicht generell auszuschließen, dass Sie in Deutschland studieren können. Es gibt Möglichkeiten, die Hochschulberechtigung nachträglich - im Studienkolleg - zu erwerben. Ein solches Studienkolleg dauert zwei Semester und endet mit der "Prüfung zur Feststellung der Eignung ausländischer Studienbewerber für die Aufnahme eines Studiums an Hochschulen und Universitäten der Bundesrepublik Deutschland" (Feststellungsprüfung). Die Ausbildung im Studienkolleg ist kostenfrei und findet für Studienbewerber der Universitäten Sachsens am staatlichen Studienkolleg in Leipzig statt. Für die Fachhochschulen Sachsens findet das Studienkolleg in Zittau statt.

Auch der Besuch des Studienkollegs TUDIAS in Dresden ist möglich. Dort ist allerdings nur die Vorbereitung auf mathematische, technische und naturwissenschaftliche Fächer (ohne Biologie) möglich. Für diese Ausbildung ist pro Semester eine Gebühr zu entrichten.

Für die Aufnahme in ein Studienkolleg ist eine Aufnahmeprüfung abzulegen, welche Ihre Deutschkenntnisse und - je nach Studienfach - Ihre Mathematikkenntnisse überprüft.

Deutschkenntnisse

Um ein Studium in Deutschland aufzunehmen, müssen Sie ein anerkanntes Sprachzeugnis (z.B. DSH, Test DaF u. a.) vorlegen. Sind Ihre Sprachkenntnisse nicht ausreichend, können Sie diese in Intensivsprachkursen in Ihrer Heimat oder in Deutschland nachholen. Als Richtwert dient hier immer die Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang (DSH-Prüfung), die von den deutschen Universitäten selbst abgenommen wird. Die Bewerbung für DSH-Sprachkurse erfolgt daher direkt beim Auslandsamt Ihrer Wunschhochschule. Eine Ausnahme bildet die HTW Dresden. Dort erfolgt die Anmeldung für Sprachkurse in Verbindung mit der Studienbewerbung über uni-assist.

Eine Möglichkeit, die DSH-Prüfung nachzuholen, ist ein Vorbereitungssemester in Dresden. Dabei holen Sie in intensiven Sprachkursen die nötigen Sprachkenntnisse nach und erhalten zeitgleich eine Vormerkung für Ihren Studienplatz. Es gibt eine limitierte Anzahl kostenfreier Plätze in DSH-Vorbereitungskursen, diese sind für die besten Studierenden der Aufnahmetests vorgesehen. Alle anderen Teilnehmer müssen eine Gebühr für diese Kurse entrichten. Auch in Zittau können Sie Ihre Sprachkenntnisse am Sprachkolleg nachholen. Möchten Sie Ihre Deutschkenntnisse in einer anderen Institution oder in Ihrer Heimat erweitern, müssen Sie darauf achten, dass sie ein anerkanntes Sprachzeugnis erwerben.

War Ihr Bewerbungsverfahren erfolgreich und Sie sind immatrikuliert, werden Ihnen von der Hochschule oft keine weiteren studienbegleitenden Sprachkurse der deutschen Sprache finanziert. Falls doch Sprachkurse für Sie angeboten werden können, erfahren Sie das vom zuständigen Auslandsamt. Allerdings haben Sie immer die Möglichkeit, sich auf eigene Kosten an verschieden Sprachschulen weiterzubilden, und auch der direkte Sprachkontakt im Studien- und Lebensalltag wird weiter zur Perfektionierung Ihrer Sprachkenntnisse beitragen.

Fachliche Voraussetzungen

In Deutschland unterscheidet man so genannte freie Fächer und Fächer mit Numerus clausus (Nc) (Nc an der TU Dresden, Nc an der HTW Dresden). Der Numerus clausus bezeichnet eine Zulassungsbeschränkung beim Zugang zum Studium. Übersteigt in bestimmten Studienfächern die Nachfrage an Studienplätzen die Kapazität dieser Fächer, können die Hochschulen oder die Bundesländer eine Zulassungsbeschränkung (Nc) festlegen. Der Numerus clausus setzt sich aus der Durchschnittsnote im Abitur und der Wartezeit, die zwischen dem Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung und der Bewerbung um den Studienplatz vergangen ist, zusammen. Bewerben Sie sich um ein Nc-Fach, ist es für Ihre Bewerbung erforderlich, dass Sie Ihr (Abitur)Zeugnis von einem staatlich anerkannten Übersetzer übersetzen lassen.

Bei den freien Fächern werden befriedigende bis gute Leistungen in der Schule und eventuell ein vorhergehendes Studium vorausgesetzt. In den meisten Fällen kann hier allen Studienbewerbern ein Studienplatz angeboten werden. Bei Studienfächern mit Numerus clausus hingegen existiert nur ein begrenztes Kontingent an Plätzen, daher werden diese anhand eines bestimmten Auswahlverfahrens vergeben. Auch bei diesen Studienfächern sind gute Leistungen in Schule und ein eventuelles vorhergehendes Studium eine Zugangsbedingung. Eine weitere Besonderheit der Numerus clausus-Fächer besteht darin, dass die Studienplatzvergabe zentral oder universitätsintern erfolgen kann. Das heißt: Einige Studienfächer werden generell über die Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) vergeben. In diesem Fall kann der Studieninteressierte zwar seine Wunschuniversität angeben, dieser Wunsch muss aber nicht berücksichtigt werden.


Ausländische Studierende, die keine Staatsbürger der EU sind

Ausländische Studierende, die keine Staatsbürger der EU sind, bewerben sich in der Regel immer direkt bei Ihrer Wunschhochschule, ganz egal, ob Ihr gewünschtes Studienfach frei oder über die ZVS vergeben wird, da die Hochschule alle Zulassungsvoraussetzungen prüft. Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Technischen Universität Dresden.


Ausländische Studierende aus der EU

EU-Bürger sind deutschen Bewerbern zulassungsrechtlich gleichgestellt und müssen sich daher direkt an die ZVS wenden, wenn sie sich um einen Studienplatz, der über die ZVS vergeben wird, bewerben möchten. Wollen Sie sich als ausländischer EU-Bürger um einen Studienplatz bewerben, der nicht über die ZVS vergeben wird, richten Sie Ihre Bewerbung an das Akademische Auslandsamt Ihrer Wunschhochschule. Manchmal legen auch die einzelnen Universitäten einen internen Numerus clausus fest, weil sie nicht die Platzkapazitäten für alle Studienbewerber aufbringen können. In diesem Fall entscheiden die Hochschulen, welche Bewerber sie aufnehmen. Die Bewerbung erfolgt daher über das Auslandsamt der Hochschule.

Nun wollen Sie natürlich wissen, was für Ihr gewähltes Studienfach gilt. Ob ihr Wunschstudienfach frei oder über die ZVS vergeben wird, können Sie auf den Websites der Hochschulen unter dem Stichpunkt Studienmöglichkeiten oder auf der Website der ZVS nachlesen. Finden Sie hinter Ihrem Studienfach den Hinweis ZVS-NC bedeutet das, dass der Studienplatz über die ZVS vergeben wird.

Finanzielle Voraussetzungen

Mit einem Finanzierungsnachweis müssen Sie bescheinigen, dass Sie in der Lage sind, Ihr Studium in Deutschland selbst zu finanzieren. Dazu ist meist die Einzahlung von mindestens 7.020 EUR für zwei Semester auf ein Konto in Deutschland nötig. Von diesem Konto dürfen allerdings monatlich nicht mehr als 585 EUR abgehoben werden. Ein solches Bankkonto kann auch in Ihrem Heimatland durch eine deutsche Bank eingerichtet werden. Die weitere Finanzierung muss durch Vorlage geeigneter Unterlagen plausibel dargelegt werden. Nähere Informationen dazu erhalten Sie direkt von dem für Sie zuständigen Auslandsamt.

Bewerbungsunterlagen

Die Bewerbung sollte gut leserlich und vollständig beim zuständigen Auslandsamt eingehen. Die Bewerbungsunterlagen für die Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Dresden werden direkt an uni-assist gesendet. Dort wird gegen eine Gebühr geprüft, ob die Unterlagen vollständig sind und ob eine Zulassung prinzipiell möglich ist. Bei positivem Ergebnis wird die Bewerbung an die HTW Dresden weitergeleitet.

Der Bewerbung müssen immer folgende Unterlagen beigefügt werden:

  • ein vollständig ausgefüllter und persönlich unterschriebener Antrag auf Zulassung zum Studium mit einem Passbild
  • amtlich beglaubigte Zeugniskopien mit Notenübersicht vom Sekundarschulabschluss
  • falls vorhanden: amtlich beglaubigte Zeugniskopien der Hochschulaufnahmeprüfung und amtlich beglaubigte Zeugniskopien über das bisherige Studium im Heimatland oder an anderen Hochschulen mit Fächer- und Notenübersichten
  • amtlich beglaubigter Nachweis der hinreichenden Deutschkenntnisse/ anerkannte Sprachzeugnisse


In Abhängigkeit von Studienfach und Hochschule werden meist noch weitere spezifische Bewerbungsdokumente verlangt. Zum Beispiel fordert die Technische Universität Dresden von ausländischen Bewerbern eine schriftliche und persönlich unterschriebene Begründung für die Wahl des Studienganges und den Studienort Dresden. Zum Teil müssen auch die Zeugnisse übersetzt und/oder beglaubigt werden. Häufig wird auch das Mitsenden von internationalen Postantwortscheinen verlangt, um eine schriftliche Korrespondenz mit Ihnen zu gewährleisten. Auch hier gilt es wieder die gewünschte Hochschule zu kontaktieren, um zu erfragen, ob zusätzliche Dokumente von Ihnen gefordert werden. An vielen Universitäten und Hochschulen sind inzwischen auch Online-Bewerbungen möglich. In der Regel können alle relevanten Informationen zur Bewerbung auf den entsprechenden Websites der Hochschulen abgerufen werden.

Bewerber bestimmter Länder müssen weitere spezielle Formalitäten nachweisen. Bitte informieren Sie sich auch darüber beim für Sie zuständigen Auslandsamt!

Noch ein Hinweis zum Schluss: Es ist ratsam, erst alle nötigen Bewerbungsunterlagen vollständig zusammenzutragen und dann komplett an das zuständige Auslandsamt zu senden. Eine vollständige Bewerbung kann schneller geprüft werden, und Sie erhalten eher Gewissheit, ob es mit dem Studienplatz geklappt hat. Außerdem ersparen Sie sich auf diese Weise den Stress, verschiedene Dokumente nachträglich nach Deutschland senden zu müssen.

Weiterhin ist es von Vorteil, wenn Sie Ihre Bewerbungsunterlagen so früh wie möglich einreichen. Damit schaffen Sie sich und den Hochschulmitarbeitern einen Spielraum, in welchem eventuelle Fehler bzw. Mängel der Bewerbung beseitigt werden können.

Wenn Sie eine Bewerbung an einer deutschen Hochschule anstreben, informieren Sie sich rechtzeitig über die einzuhaltenden Bewerbungsfristen. Kontaktieren Sie dazu bitte unbedingt Ihre Wunschhochschule, da sich die Bewerbungsfristen der verschiedenen Hochschulen, auch innerhalb Dresdens, unterscheiden. Auch auf den Websites der Hochschulen lassen sich die aktuellen Informationen bezüglich der Bewerbungsfristen abrufen.

 
Diese Seite wurde zuletzt am 27. September 2011 um 13:38 Uhr geändert.
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