Archive for December, 2006

Praktikantin des Studentenwerks

Wednesday, December 13th, 2006

Agnieszka Prosyniak

Ein Erfahrungsbericht von Agnieszka Prosyniak, Bosch-Praktikantin im Studentenwerk Dresden

Nach meinem Abitur in Polen entschied ich mich für ein Studium in Zittau. Bevor ich jedoch Betriebswirtschaftslehre studieren konnte, musste ich ein Ausländerstudienkolleg besuchen. Von dem Studium in Deutschland erfuhr ich von meiner Freundin Krystyna. Sie informierte mich über alle wichtigen Vorgänge, die ein Ausländer in Deutschland beachten muss. Sie half mir in Zittau bei der Anmeldung und der Wahl einer Krankenversicherung. Mein Visum beantragte ich schon früher in Wroclaw.

Es war für mich sehr viel Neues und anders als in Polen. Am Anfang hatte ich Verständnisprobleme, da meine guten deutschen Schulkenntnisse in der Realität großen Verbesserungsbedarf aufwiesen. Mit Beginn des Kollegs bekam ich ein Zimmer im Studentenwohnheim. Ich wohnte zusammen mit einer Bekannten aus Polen im Wohnheim F in Zittau. Das Wohnheim ließ viel zu wünschen übrig, aber das Wichtigste war für mich ein selbständiges Leben im Ausland und der Genuss des Studentenalltags. Ich hatte kein Heimweh, weil ich nicht weit weg von zu Hause war. Nur 35 km, und ich konnte schon zu Hause sein, Muttis Kühlschrank ausräumen und alle polnischen Spezialitäten nach Zittau mitnehmen. Durch die Lage von Zittau im Dreiländereck war ich häufig in Polen einkaufen und aß manchmal in Tschechien leckeren “smazeny syr” (gebratenen Käse).

Dresden lernte ich schon im Sommer 2004 kennen, als ich hier mein Praktikum absolvierte und später meine Diplomarbeit schrieb. Nach meinem Studium in Zittau bewarb ich mich für ein Praktikantenprogramm der Robert Bosch Stiftung in Kooperation mit dem Deutschen Studentenwerk. Mit großer Freude erhielt ich kurz danach die Zusage für ein Praktikum in Dresden.
Somit bin ich seit September 2006 wieder in Dresden. Im Rahmen meines Praktikums organisierte das Studentenwerk mir ein Zimmer im Studentenwohnheim und ich konnte sofort in das Max-Kade-Haus einziehen. Dadurch hatte ich keine Probleme mit der Wohnungssuche. Im Studentenwohnheim musste ich mir schnell merken, dass ich meinen Schlüssel immer mitnehmen muss. Die Zimmer, die gemeinsame Küche und das Bad sind abgeschlossen, ohne Schlüssel kann man nicht wieder ins Zimmer kommen. Schade, dass die Küche so klein ist, man kann zu sechst gleichzeitig nicht viel zusammen unternehmen. Das Studentenwohnheim ist jedoch zentral gelegen – nicht weit von dem Studentenwerk, Campusgelände und der Altstadt.

Gleich am Anfang meines Aufenthalts musste ich mich beim Einwohnermeldeamt in Dresden anmelden. Zusätzlich sollte ich noch eine Aufenthalterlaubnis beantragen, aber ich erhielt schon nach dem Studium eine unbefristete Freizügigkeitsbescheinigung. Somit hatte ich nicht viel mit Ämtern zu tun.

Nachmittags bummele ich gern durch die schöne Altstadt oder treffe mich mit anderen ausländischen Studenten. Am Freitag bietet das internationale Treffen “coffee hour” eine ideale Möglichkeit, neue Personen kennen zu lernen und mehr über ausländische Kulturen zu erfahren. Über dieses Treffen gründete ich mit Charlie aus England ein englisch-polnisches Tandem. Bis zum Ende meines Praktikums möchte ich noch in Dresden viel besichtigen, da die Stadt sehr zahlreiche einzigartige Sehenswürdigkeiten bietet.